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    Kontakt:

    Dedo Weigert Film GmbH
    Ansprechpartner: Roman Hoffmann
    Karl-Weinmair-Str. 10
    80807 München
    Telefon: +49 (0)89 - 35616 - 154
    rhoffmann@dedoweigertfilm.de
    www.dedoweigertfilm.de

    31.01.2014 Interview mitMatthias Richter

    Roman Hoffmann: Fangen wir doch einfach mit einem "Hallo" an!

    Matthias Richter: Hallo, ich grüsse Sie!

    RH: Traumhaft, oder?!

    MR: …äh, Moment mal…

    RH: …ich meine damit Ihren Beruf.

    MR: Teils, teils. Traumhaft wahrscheinlich schon, als Profi ist es aber nun mal leider so, dass es nicht nur die Fotografie gibt, sondern noch sehr viel drumherum. Ich kann einfach sagen, dass ich meine Leidenschaft zum Beruf machen konnte und dass ich Geld damit verdiene, was ich am besten kann, bzw. mit dem, was ich am liebsten mache.

    RH: Die Bilder sind dennoch traumhaft, die Sie schiessen.

    MR: Danke schön.

    RH: Wie kam es dazu?

    MR: Durch eine Zufall! Ich erzähle mal die ganze Geschichte. Die ist nämlich auf der einen Seite total kitschig, auf der anderen Seite aber auch tatsächlich wahr. Ich habe meine Frau kennengelernt im Jahre 2001. Und 2001 habe ich mir zum ersten Mal in meinem Leben einen Fotoapparat gekauft und zwar aus dem ganz einfachen Grunde, weil ich plötzlich als ich Julia kennenlernte, das Gefühl bekam, Dinge in meinem Leben festhalten zu müssen. Von der Fotografie selbst hatte ich überhaupt keinen Schimmer. Ich hatte als Kind mal so eine Pocket-Ritsch-Ratsch-Klick und das war`s dann auch schon. Ich habe mir mit 35 also eine Kamera gekauft und habe angefangen Bilder zu machen, wenn wir zusammen etwas unternommen haben. Irgendwie habe ich gemerkt, dass das mein Ding ist. Wie immer, wenn ich etwas besonders mag, beginne ich damit mich darin zu vertiefen, ich informiere mich viel darüber, lese sehr gerne. So bin ich auch zu Büchern gekommen von "National Geographic", habe mir auch Bildbände zugelegt und mochte da von Anfang an die Essay artige Fotografie, Reportagen und Bilder die Menschen zeigen, die in eine Landschaft eingebettet sind. Ich selbst habe aber anfangs natürlich mehr schlecht als recht fotografiert. Ich wohne in der Lüneburger Heide und irgendwann habe ich ein Projekt begonnen. Bei "National Geographic" habe ich bei Sam Abell gelesen, dass wenn man als Fotograf besser werden will, man sich ein Projekt suchen soll. Mein Projekt war meine Region, Bad Bevensen, ein Jahr lang zu fotografieren und das eben besser als alle anderen. Das habe ich dann also gemacht, ich habe Landschaftsbilder gemacht und war dann so kühn diese Bilder zu zeigen und das hat tatsächlich damit geendet, dass ich Ausstellungen hatte und zwar ne ganze Reihe. Die Bilder waren wohl ganz gut. In dem Zusammenhang haben meine Freunde und Bekannten erfahren, dass ich so einen Fotofimmel habe und jemand aus diesem Kreis hat mich dann gefragt, ob ich nicht eine Hochzeit fotografieren mag. Der Mensch, der mich gefragt hatte arbeitet selbst beim Fernsehen, weshalb ich s erstaunt war, dass er so einen wie mich fragt… Auf der besagten Hochzeit habe ich dann einfach das durchgezogen, was ich bis dahin gesehen hatte, ich habe nämlich Reportagebilder gemacht, habe aber versucht gute Reportagebilder zu machen. Der Mann hat dann nachher gesagt, so schöne Hochzeitsbilder hätte er noch nie gesehen. Das hat mich ermutigt. Ich habe diese Fotos auf meine damalige Webst gestellt, wo ich Landschaftsbilder ausgestellt hatte. Auf ein Mal bekam ich vereinzelt E-Mails, ob ich nicht die Hochzeit von "soundso" fotografieren könnte. Damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet und ich wusste auch nicht, ob ich so etwas machen soll. Ich habe mich aber doch entschlossen zuzusagen, jedoch unter vergünstigten Konditionen, da ich erst noch am Anfang stand. So fing das also an! Das Ganze ging los bei mir 2007. 2008 wurde das dann mehr und 2009 schlug das so ein, dass ich überlegen musste: höre ich damit jetzt wieder auf, betreibe ich das als Hobby weiter, oder versuche ich aus meinem Hobby einen tatsächlichen Beruf zu machen. Damit habe ich 2009 begonnen. Ich hatte fast jedes Wochenende eine Hochzeit von April bis Oktober. 2010, 2011 wurde das auch vom Einkommen so, dass man davon sehr gut leben konnte. Seit 2010 kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass ich das hauptberuflich mache. So war die Entwicklung.

    RH: Was war das denn für ein Kameramodell, ich meine Ihre erste Kamera?

    MR: Das kann ich Ihnen genau sagen! Meine allererste Kamera war eine Canon EOS 300. Dann kam die 30 – alles noch analog. Ich habe analog angefangen, ich habe mir damals auch eine Dunkelkammer angeschafft. Ich glaube auch, dass mir das sehr gut getan hat weil ich dadurch gelernt habe, dass Bildbearbeitung nur dann funktioniert, wenn das Grundmaterial gut ist. Ich hatte am Anfang nur Analog-Kameras und die erste Hochzeit habe ich auch noch auf Dia-Film fotografiert.

    RH: Was haben Sie vorher beruflich gemacht?

    MR: Ich komme aus der Wirtschaft! Ich habe BWL studiert und habe in der Marktforschung gearbeitet. Da habe ich auch meine Frau kennengelernt. Die hat hier in Bad Bevensen eine Buchhandlung. Zu der Zeit, wo das mit der Fotografie losging, haben wir ein Kind bekommen. Und zu dieser Zeit wurde es auch schwierig mit der Firma, in der ich damals tätig war weil die übernommen wurde von einem Englischen Unternehmen. Für mich war damals sowieso eine Neuorientierung fällig. Eigentlich wollte ich auch nie zwei Stunden im Auto oder im Zug sitzen um zur Arbeit zu fahren. Tja, so hat sich das mit der Fotografie entwickelt.

    RH: Wenn ich mir Ihre Fotos anschaue, dann ist meine erste Assoziation das Wort "traumhaft"…

    MR: …danke…

    RH: …Ihre Bilder sind fantasievoll, satt, haben etwas bildhaftes – woher nimmt man die Fantasie, woher nimmt man die Handwerkskunst, um solche Bilder entstehen zu lassen?

    MR: Ganz genau beantworten kann ich Ihnen das auch nicht, aber was ich Ihnen sagen kann ist, dass ich eigentlich versuche keine Hochzeitsfotos zu machen. Das muss ich erklären. Wenn ich mir Hochzeitsfotos angucke, so im Grossen und Ganzen, auch das was traditionell mal üblich war, dann habe ich das Gefühl, dass das eine eigene Kategorie von Fotografie zu sein scheint. Was mir bei der Hochzeitsfotografie nie gefiel ist, dass die Bilder selten authentisch wirken. Was ich versuche – nehmen Sie mal Steve McCurry, der stellt sich in Afghanistan irgendwo hin in eine tolle Landschaft und wartet bis da jemand langgeht und dann baut er diese Person in das Bild ein, um dem Bild etwas Zusätzliches zu geben. Ich inszeniere meine Bilder teilweise auch, aber sie sollen nicht so aussehen, als seien sie inszeniert. Sie sollen immer authentisch bleiben. Auch meine Portraits versuche ich wie Reportagebilder wirken zu lassen. Was Sie jetzt fragen, warum meine Bilder vielleicht traumhaft wirken – was ich ganz spannend finde in der Fotografie ist, dass man drauf angewiesen ist mit dem zu arbeiten, was man vorfindet. Man kann nicht wie ein Maler alles von Null inszenieren. Ich beschäftige mich fortwährend damit, wie Fotografie funktioniert. Man kann fast in jeder Situation ein schönes Bild machen, wenn man sich auf das Wesentliche konzentriert und einfach an dem vorbeischaut, was nicht Wesentlich ist. Was noch ganz wichtig ist, ich glaube aber, dass das nicht nur in der Hochzeitsfotografie so ist, dass man seine Kunden immer durch eine idealistische Brille sieht. Ich gehöre zu denen, die auch in einer Kirche immer noch eine Gänsehaut bekommen und ich freue mich mit denen, wenn die ergriffen sind… es ist tatsächlich so, dass ich jedes Mal da voll mitgehe. Wenn ich in so einem Moment irgend etwas sehe, von dem ich weiss, dass man damit ein schönes Bild machen kann, dann hält mich nichts zurück und ich überzeuge dann auch die Leute davon mit mir mitzugehen und dann machen wir das. Was noch dazu kommt ist: ich bin ein Location-Scout. Wenn ich nach Zypern oder nach Mallorca reise, dann lege ich nicht die Füsse ins Wasser, sondern bin auch ständig auf Achse in meinem Mietwagen und suche so lange eine passende Location, bis ich etwas finde. Und dabei muss ich hinzufügen, dass Mallorca in dieser Hinsicht sehr schwierig ist. Um dort etwas zu finden, das aussergewöhnlich ist, muss man lange suchen weil die Insel total industrialisiert und technisiert ist. Die Mallorkiner scheinen ein grosses Faible zu haben für Maschendrahtzäune mit Stacheldraht. Ich habe da sogar eine interessante Geschichte an der Stelle. Als ich dort mein erstes Shooting hatte, habe ich fieberhaft nach dem richtigen Platz gesucht. Ich war schon zwei Tage dafür unterwegs, wurde immer frustrierter weil sich mir nix bot. Und dann kam ich in die Nähe des Flughafens. Hundert Meter über mir flog eine Maschine lang und dann sah ich, wie genau da an der Einflugschneise auch noch Leute standen und diese tieffliegenden Flugzeuge beobachten haben. An dieser Stelle habe ich mich etwas umgeschaut und habe genau dort die einzige Finca gefunden, die es auf der Insel wohl noch gab, die auch noch frei zugänglich war. Diese Finca grenzte genau an das Rollfeld und alle drei Minuten donnerten da die Maschinen drüber. Durch diesen Funkleitstrahl fliegen die Flugzeuge alle an derselben Stelle in haargenau der gleichen Höhe, da will natürlich kein Mensch wohnen. Diese Finka gibt es nicht mehr, die ist abgerissen, aber so finde ich eben meine Locations.

    RH: Da heisst, dieses Bild ist auf jeden Fall ein Unikat?!

    MR: Das ist in der Tat ein Unikat und ich habe Ihnen diese Geschichte auch nur deshalb erzählt, weil es diese Location nicht mehr gibt, denn ich verrate meine Locations nicht.

    RH: Haben Sie Vorbilder, vielleicht nicht nur aus der Fotografie? Gibt es Menschen, die Sie beeindruckt oder geprägt haben?

    MR: Ja, es gibt in der Fotografie den James Nachtwey. Über ihn habe ich ein Buch gelesen und eine sehr ausgezeichnete und vielfach preisgekrönte Dokumentation gesehen. Dann gibt es noch den David Allen Harvey, den Sam Abell. Wenn Sie sich die Bilder dieser Fotografen mal anschauen, werden Sie bestimmt einige Ähnlichkeiten zu meinen Arbeiten feststellen. Menschen ausserhalb der Fotografie – da kommt mir immer Nelson Mandela in den Sinn. Ausserdem Rembrandt! Schaut man sich seine Bilder an, sieht man, dass er etwas total widersinniges gemacht hat. Je älter der Mann wurde, desto dunkler wurden seine Bilder. Er hat im Grunde das, was man haben will – Licht – weggenommen und mit einem kleinen Lichtstrahl gearbeitet und dabei etwas Grossartiges geschaffen. Bei mir ist es zum Beispiel so, dass wenn ich einen dunklen Raum sehe mit harten Kontrasten oder mit einem Lichtstrahl darin, dann werde ich nervös, dann weiss ich sofort, da kann man was machen. Jetzt im Juni hatte ich so ein Erlebnis bei einer Hochzeit auf Mallorca – wir waren mitten im Shooting, die Braut war schon angestrengt, es war auch ein langer Tag… Die Braut setzte sich irgendwann hin um sich etwas auszuruhen. Sie sass dabei genau in der Öffnung einer Kirche. Ich habe sie dabei fotografiert, ohne dass sie es überhaupt gemerkt hat und das ist ein ganz, ganz schönes Bild geworden. Ich will mich natürlich nicht mit Rembrandt vergleichen aber das sind eben diese besonderen Momente und der Stil, von dem ich hier spreche. Was ich noch sagen kann ist, dass ich mir ganz wenig Hochzeitsfotografen angucke, weil ich versuche Bilder zu machen, die Disziplin übergreifend sind, die nicht nach Hochzeitsbilder aussehen.

    RH: Sie arbeiten auch international. Fast jeder Mensch kann heute am anderen Ende der Welt sehen, was wir hier machen. Würden Sie sagen es gibt heute eine vereinheitlichte, internationale Bildsprache, oder gibt es eher regionale Bilddialekte?

    MR: Auf jeden Fall regional, da gibt es ganz grosse Unterschiede. Ich habe auch ganz konkrete Beispiele. In Deutschland ist es so, dass wir Deutschen ein kleines bisschen dazu neigen Gefühle zu verbergen. Wir Deutschen neigen auch dazu Dinge nicht inszenieren zu wollen. Bei uns soll alles möglichst authentisch sein, aber es soll trotzdem toll sein. Bei den Amerikanern ist das total anders. Die freuen sich richtig, wenn der Fotograf kommt und ihnen sagt, was sie machen sollen. Ich habe einen Videofilmer erlebt aus Washington, der das Brautpaar gebeten hatte die Zeremonie zu wiederholen weil die nicht perfekt lief… Das Ganze scheiterte nur daran, dass der Bräutigam Deutscher war – die Braut wollte das machen… Indische Traditionen zum Beispiel sind extrem bunt. Die Indische Trauung überfordert glaube ich meist die Paare weil die so lang und kompliziert sind, dass da nie wirklich einer weiss, was da als nächstes passiert. Da gibt es eine Art Souffleur, der den Ablauf regelt. Die Perser legen sehr grossen Wert auf schöne Bilder in Form von, wir würden sagen Kitsch. Bei den Persischen Hochzeiten wird ganz viel inszeniert. Dann gibt es noch die Englische Bildsprache, die ist eher wieder nicht inszeniert. Die Engländer mögen es auch sehr authentisch. Im Raum Polen, Russland, wenn ich da gebucht werde, dann eigentlich um genau das Gegenteil von dem zu machen, was "normalerweise" getan wird. Ich glaube also international ist es tatsächlich so, dass Hochzeiten unterschiedliche Bildsprachen haben, aber dass das Inszenierte doch von den meisten gewünscht ist. Ich habe eher den Eindruck, dass man trennen kann zwischen denen, die es authentisch haben wollen und denen, die eine Inszenierung wollen. Ich bin derjenige, den die Leute fragen, wenn sie es authentisch möchten und vielleicht trotzdem so wie Sie es ausgedrückt haben – traumhaft.

    RH: Das heisst, dass all diese Nationalitäten, die Sie gerade aufgezählt haben zu Ihren Kunden zählen?

    MR: Ja. Die finden mich ja ganz einfach, nämlich über "Google". Ich habe jetzt ein Paar aus dem Libanon und die haben meine Bilder aus Zypern gesehen. Die haben von Beirut aus "gegoogelt", sind auf meine Zypern-Bilder gestossen und haben mich gefragt, ob ich auch 200 km weiter fliegen würde für einen Auftrag. Die ersten Male hier in der Lüneburger Haide wurde ich von Berlinern gebucht, die hier geheiratet haben. Ehrlich gesagt habe ich bis heute hier in der Gegend kaum Hochzeiten. Es ist von Anfang an so gewesen, dass ich überall fotografierte, nur nicht zuhause.

    RH: So wie bestimmte Kunden etwas Bestimmtes an Ihnen als Fotograf mögen, gibt es da auch dementsprechend etwas, dass Sie als Fotograf an Hochzeiten mögen?

    MR: Da muss ich sehr vorsichtig sein. Es gibt immer wieder die Frage nach dem Stil. Ich habe von dem amtierenden Schach-Weltmeister, der heisst Magnus Carlsen, eine ganz intelligente Bemerkung gelesen. Er wurde mal nach seinem Stil gefragt und er hat geantwortet: er habe keinen Stil, denn in dem Augenblick, in dem er einen eigenen Stil pflegen würde, würde er sich selbst beschränken. Ich halte viel mehr davon das Brautpaar kennenzulernen und auf das Paar einzugehen. Denn selbst wenn es die gleiche Location ist, ist sie dennoch jedes mal anders. Sie haben jedes mal ein anderes Wetter, sie sind jedes Mal mit anderen Umständen konfrontiert… Ganz wichtig bei der Hochzeitsfotografie ist es keine Erwartungen zu haben als Fotograf weil Erwartungen einen auch immer lenken. Ich finde man soll aus jeder Situation, so wie sie sich einem darstellt immer das Beste machen. Letztes Wochenende war ich mit einem Paar in Wiesbaden. Dieses Paar wollte mich schon am Abend vorher bei einem Get-Together dabei haben. Wir sind dann von unserem Hotel gemeinsam zum Neroberg hin, ich hatte meine Kameratasche mit und sah unterwegs einen weissen Pavillon und blauen Himmel. Wir haben kurzerhand gleich die Beleuchtung aufgebaut und Bilder gemacht vor dem Pavillon mit dem blauen Himmel. Das ist typisch für den Job. Sie sehen etwas und wenn Sie etwas sehen, dann müssen Sie es sofort machen, das ist eine der wichtigsten Regeln dabei. Sie müssen das Bild gleich machen und Sie müssen ungeduldig sein. Wenn man eine Stunde wartet, hat man keine Chance das Bild noch zu bekommen.

    RH: Mussten Sie das erst noch lernen, oder kam das automatisch?

    MR: Also ich kann den Photoguide von National Geographic sehr empfehlen. So blöd wie das klingt, da steht das eigentlich alles drin. Da steht zum Beispiel auch, dass man wenn man Landschaftsbilder machen will, dass man sich dem hingeben muss. Da steht drin, dass wenn man ein Bild machen will, dass man es sofort machen muss. Das sind alles Binsenweisheiten. Das, was die Erfahrung ausmacht ist etwas anderes. Im Fussball heisst es doch so schön, dass man eine Situation antizipieren können muss. In einer Kirche zum Beispiel ist Erfahrung sehr hilfreich. Erfahrung hilft einem in der Kirche unauffälliger zu werden und sich auf die Momente zu konzentriere, in denen man die guten Bilder machen kann. Erfahrung hilf effizient zu fotografieren. Das ist in dem Job auch ganz wichtig, weil eine Gesellschaft müde wird, wenn da dauernd einer rumläuft und ständig rumklickt. Besser ist es natürlich, wenn die Gäste erst um 23.00 Uhr merken, dass da ein Fotograf anwesend ist.

    RH: Sie reisen auch viel. Wie beeinflusst das Ihre Bilder?

    MR: Ähm, das kann ich Ihnen sagen. Ich habe den Anspruch, dass wenn ich irgendwohin komme, dass ich dort die schönsten Bilder mache, die an diesem Ort je gemacht worden sind. Das ist das, was mich pusht. Das ist immer dann gut möglich, wenn man zum ersten Mal an einen Ort kommt. Ansonsten kann ich nicht behaupten, dass das Reisen meine Bilder stark beeinflusst. Es geht mir mehr darum geeignete Orte zu finden und die geeigneten Orte sind in den USA oder auf Mallorca die gleichen wie bei uns. Wenn Sie etwas mit negativem Raum machen möchten, dann ist das in den USA das gleiche wie bei uns und wenn Sie etwas mit Horizont machen wollen, dann ist das auf Mallorca auch das gleich wie bei uns. Ich fühle mich sogar an exotischen Plätzen eher unter Druck gesetzt, weil ich weiss, dass die Erwartungen meiner Kundschaft in dem Fall besonders hoch sind. In Paris weiss ich ganz genau welche Bilder ich da schon abgeliefert habe und ich weiss auch natürlich, dass die Leute solche Bilder wieder haben wollen und noch besser. Das sind eigentlich die Umstände, unter denen die Arbeit an unterschiedlichen Orten abläuft.

    RH: Mal anders herum gefragt: nehmen wir an Sie erleben eine besondere Situation in Paris und sind dann kurz darauf in den USA, kann es da passieren, dass Sie versuchen diesen Pariser Eindruck und den USA nachzubauen?

    MR: Nein. Es ist vielmehr so, dass es Orte gibt, von denen ich nicht mehr weg will.

    RH: Was würden Sie sagen ist das Besondere bei einem Hochzeitsshooting?

    MR: Sie fotografieren Menschen, die das zum allerersten Mal in der Form machen. Hochzeitspaare gehören zu den normalen Menschen, von denen man weiss, dass 92% dieser Menschen sehr ungern fotografiert werden. Man darf diese Menschen nicht verändern, das ist ganz, ganz wichtig. Ich darf also nicht mit einer Bildidee ankommen und versuchen diese Idee durchzusetzen. Ich muss ein gutes Gefühl für die Leute haben und muss diese Leute zu Stars werde lassen ohne, dass sie das Gefühl bekommen, dass ich sie verändere. Und am Ende, wenn die Bilder geliefert werden, müssen diese Menschen zwei Erlebnisse haben: das eine Erlebnis ist "Wow, sehen wir toll aus!" und das zweite ist: "Genau das sind wir".

    RH: Ja, und wie schaffen Sie das?

    MR: Das ist eine gute Frage. Ich bin ein ganz ausgeprägter Bauchmensch. Ich bin kein Analytiker. Ich habe mehrfach versucht Struktur in meine Arbeit zu bringen und habe jedes Mal festgestellt, dass das in meinem Fall völlig albern ist. Ich mache vielseitige Bilder. Dann mache ich Bilder, die versuchen mit Kontrasten und Formen zu spielen. Ich bitte aber und das ist ganz wichtig, die Menschen zärtlich zu einander zu sein. Ich gehe mit dem Paar meist zuerst an einen Ort, wo wir unbeobachtet sind und dabei stelle ich fest, wie sie auf einander reagieren. Dieses Intime, das Zärtliche, das ist in unserer Gesellschaft eigentlich ein Tabu. Menschen machen das aber intuitiv. Manche Menschen haben intuitiv eine Körpersprache, die extrem fotogen ist. Und dann gibt es Menschen, die sehen toll aus, bewegen sich aber total unfotogen. In diesem Fall ist es ganz wichtig ein Fingerspitzengefühl zu bekommen, so viel zu sagen, dass es dann gut wird, aber eben nicht zu viel um die Natürlichkeit nicht zu zerstören. Ich lege da Wert auf jedes Detail gerade was Hände angeht, was die Körperhaltung angeht. Ich mache mit den Leuten aber nie Dinge, von denen ich vorher schon weiss, dass das hinterher nichts wird und dann klappt das auch relativ einfach.

    RH: Für wen machen Sie dann letztendlich die Bilder?

    MR: Für das Brautpaar!

    RH: Das natürlich, aber die Bilder landen ja auch im Internet oder werden Verwandten gezeigt und wenn Sie, wie Sie selbst sagen intime Situationen kreieren, die dann doch öffentlich werden, sind die Bilder dann wirklich nur für das Brautpaar?

    MR: Auch das ist eine gute Frage. Am Anfang wird das zwischen dem Brautpaar und mir ganz klar abgesprochen. Ich habe Kunden, die nicht möchten, dass die Bilder veröffentlich werden. Ich habe auch prominente Kunden, die ebenfalls keine Veröffentlichung wollen. Und dann habe ich Kunden, die genau das möchten oder denen es egal ist, was mit den Bilder passiert. Es gibt auch Kunden, die total stolz auf ihre Bilder sind. Ich muss gestehen, dass ich mir noch nie Gedanken über die Motive der Menschen gemacht, die mich buchen. Da ist schwer zu beantworten für mich. Wir leben mittlerweile in einer Zeit, in der Bilder zum Alltag gehören. Manche meiner Paare sind auch einfach endlos romantisch und verlieben sich in diese Bilder. Was ich ganz oft habe ist der Fall, dass die Musik, die auf meiner Website läuft, später dann auch auf der Hochzeit meiner Kunden läuft. Es gibt auch Paare, die wollen einfach wie Stars sein. Mein Job ist Menschen schön aussehen zu lassen und Menschen wie Stars aussehen zu lassen.

    RH: In diesem Zusammenhang eine ganz blöde Frage: glauben Sie an die Liebe?

    MR: :-) Ja! Ich glaube an die Liebe alleine schon deswegen, weil ich das am eigenen Leib erlebe und weil ich sehr, sehr glücklich verheiratet bin mit meiner Frau und einen wundervollen Sohn habe. Ich glaube aber auch, dass der Begriff Liebe mit allerlei Dingen verbunden wird, die den Menschen eher schaden. Wir müssen immer ein absolut perfektes Bild nach aussen wahren, Liebe muss immer perfekt sein. Dann wundert man sich warum sich Menschen scheiden lassen, obwohl es vorher noch alles perfekt war… Ich glaube daran, dass Menschen nur zusammen glücklich sein können. Ich glaube, dass die allerwenigsten Menschen in der Lage sind alleine glücklich zu sein. Und ich glaube, dass Menschen dazu bestimmt sind zu zweit zu leben. Ich glaube auch, dass Menschen Kinder haben wollen, ob sie sich das eingestehen oder nicht. Wenn man Kinder hat, dann merkt man, dass man sich als Mensch weiterentwickelt. Auf einmal ist Verantwortung etwas Positives. Man entwickelt auch eine ganz andre Motivation Dinge zu machen. Woran ich Herr Hoffmann aber auch glaube ist, dass das persönliche Umfeld eines Fotografen auch seine Bildsprache entscheidend prägt. Wenn Sie mich so über die Liebe reden hören und selbst sagen, dass ich traumhafte Bilder mache, dann liegt das daran, dass ich hoffnungslos romantisch bin. Ich denke immer, dass man alle Dinge positiv auflösen kann. Ich denke die Liebe sollte das Zentrale und das Ergebnis sein. Es gibt auch Fotografen, die wollen alleine sein, die wollen sich selbst verwirklichen und diese Fotografen machen auch ganz andere Bilder. Das ist immer so, das ist im Sport so, das ist in der Kunst so. Man kann im Grunde genommen an der Arbeit eines Menschen und gerade eben bei bildenden Künstlern wunderbar den Charakter desjenigen ablesen. Wenn Sie mir jemandes Fotos zeigen, dann sage ich Ihnen was das für ein Mensch ist. Passt jetzt nicht ins Interview aber ich bin leidenschaftlicher Schachspieler. Beim Schach ist es tatsächlich so, dass wenn Sie sich die Partien von einem Spieler ansehen, dann wissen Sie was das für ein Mensch ist: ist er entscheidungsstark, ist er introvertiert, das merken Sie. Und ich glaube, dass das überall so ist. Sollte ich eines Tages das grosse Pech haben und meine Liebe sollte zerplatzen, dann würde ich höchstwahrscheinlich meinen Job an den Nagel hängen… Ich kann mir einfach nicht vorstellen als unglücklicher Mensch, der seinen Heiland im Zynismus findet in der Kirche zu stehen und schöne Bilder zu machen, während sich das Brautpaar das Jawort gibt – kann ich mir nicht vorstellen. Das muss schrecklich sein.

    RH: Kommen wir nun zu Ihren Bildern. Mir fällt auf, dass Sie die Umgebung und das Umgebungslicht stark mit einbinden in Ihre Bilder. Sie sind ja auch immer an unterschiedlichen Orten tätig. Wie schwer ist es sich immer wieder neuen Gegebenheiten anzupassen?

    MR: Sie kennen doch dieses Bild mit den Bäumen und dem Pärchen, wo die Frau vorneweg geht und den Bräutigam hinterher führt. Das ist für mich eines der Schönsten. Dieses Bild ist entstanden letzten Juni und die Situation war folgende: die Braut wollte nicht so richtig an den Strand weil sie ihr Kleid nicht schmutzig machen wollte. Beim Suchen sind wir zufällig durch einen Touristenort gefahren. Als wir da durchgefahren sind schaute ich an den ganzen Bettenburgen vorbei an den Strand und da sehe ich diese Bäume und das Gegenlicht. Ich bin da sofort hin und habe das auf mich wirken lassen und habe das Paar gebeten da einfach lang zu gehen. Das ist aber irgendwie alles Intuition. So ein Foto hatte ich vorher noch nicht gemacht. Ich denke wir Fotografen machen das, was unser Geschmack ist. Wir bringen unser ästhetisches Verständnis auf den Kamerachip. Jeder Mensch hat in so einem Augenblick ein ganz anderes ästhetisches Empfinden. Ich glaube, ich liebe einfach Traumszenerien, da haben Sie schon Recht. Ich muss sogar bei meiner Arbeit eher darauf achten genügend "normale" Portraits ins Portfolio mit hineinzunehmen, denn wenn ich irgendwo hinkomme, sehe ich immer so etwas.

    RH: Was erwarten heutige Hochzeitspaare von Fotografen wie Ihnen?

    MR: Das ist ganz unterschiedlich. Manche erwarten sehr wenig weil sie sagen, dass sie auf Bildern sowieso doof aussehen. Ich werde auch oft gebucht, weil ich einfach ein "Netter" bin. Dann gibt es andere, die sich etwas besonders "Tolles" wünschen. Die meisten wollen schöne Bilder von ihrer Hochzeit und die freuen sich wenn die Bilder besonders schön werden. Die Erwartungshaltung an die Bilder kommt von mir selbst. Ich kann nur sagen, dass ich in neun oder neun Komma fünf von zehn Fällen eine begeisterte E-Mail oder einen Anruf nach der Hochzeit bekomme. Ich habe auch schon Hochzeiten im Dunkeln im Winter fotografiert, eines kennen Sie ja, das ist das Paar mit dem dedolight von hinten. Gerade durch Ihre Leuchten kann man eigentlich immer was Tolles machen. Es ist wirklich so. Das, was dedolight bringt ist, dass das Licht angeht, wenn`s bei anderen ausgeht. Jetzt haben Sie mal einen Werbeslogan. Ich kann mir keinen Ort vorstellen, an dem ich mit Ihren Leuchten nicht etwas machen kann.

    RH: Da greife ich etwas mal auf, was Sie schon angeschnitten haben. Bei Ihnen fällt ganz stark auf, dass Sie mit Gegenlicht arbeiten. Sie sind einer der auffälligsten Gegenlichtfotografen, die ich kenne. Ich habe auch Ihre Entwicklung im Umgang mit dedolight mitverfolgt und muss sagen, dass das Bild, das wir in unserem aktuellen Englischen Fotokatalog verwendet haben ein Hollywood-Filmplakat-Foto ist. Warum Gegenlicht?

    MR: Das ist ganz interessant. Ich hatte einen Kunden, der ein Hollywood-DoP ist. Der ist total auf meine Bilder abgefahren. Irgendjemand hat mich das kürzlich gefragt – Silhouetten und Gegenlicht. Stellen Sie sich mal bitte vor, Sie haben einen Film zu drehen irgendwo in Ägypten in den Sanddünen in der Nähe eines Hotels. Sie haben da ein Paar. Welche Bilder machen Sie? Sie machen Close Up natürlich. Dann müssen Sie wissen, welche Stimmung Sie erzeugen wollen. Was Sie aber in jedem guten Film sehen werden, ist ein Bild auf dem das Paar ganz klein zu sehen sein wird, verloren in den Dünen. Dieses Bild wirkt nur, wenn Sie die Kontur herausarbeiten. Die Kontur kann ich nicht herausarbeiten, wenn das Licht von vorne kommt, die kriege ich nur mit dem Licht von hinten. Das Geheimnis bei solchen Bilder ist, dass selbst wenn die Darsteller noch so klein sind auf dem Bild, die Gestik, die Körpersprache und der genaue Punkt wo sie sind absolut sitzen müssen. Wenn die auch nur ein paar Meter weiter hinten oder zu weit vorne sind, wenn die Körpersprache nicht absolut stimmt, fällt das ganze Bild in sich zusammen. Das ist etwas, was Fotografen ganz oft unterschätzen. Manche denken glaube ich, ich stelle das Paar in eine schöne Landschaft, mache ein Foto und dann sagen alle "boah"! "Herr der Ringe" ist zum Beispiel ein Film, der unheimlich viele grossartige Landschaftsbilder zeigt. Diese Szenen sind glaube ich genau so vielen Menschen in Erinnerung, wie die Close Up Aufnahmen. Ich kombiniere deshalb immer Portraits mit Landschaftsbildern. Eines meiner besten Landschaftsbilder habe ich gemacht mit einem kleine Baum und einem Windrad in der Lüneburger Heide. Eigentlich ist das eine total hässliche Szene, aber durch diese Grafik wirkt das wieder. Dann ist es auch eine Frage, welches Licht Sie haben. Wenn Sie Wolken haben, dann müssen Sie etwas ganz anderes machen, als wenn die Sonne scheint. Das Faszinierende an der Hochzeitsfotografie ist, stellen Sie sich vor, Sie haben ein Paar, die das zum ersten Mal machen. Die wollen geführt und behütet werden, die wollen sich wohlfühlen. Ausserdem sind die an einem Ort, an dem Sie noch nie zuvor waren. Und dann müssen Sie was Tolles raushauen. Das ist das Faszinierende an der Hochzeitsfotografie. Es ist meiner Ansicht nach etwas unheimlich Anspruchsvolles. Ich habe auch das, was Andrey Balabasov geschrieben hat gelesen und es ist ja so, dass unsere Zunft in der Fotografie ein etwas belächelter Bereich ist. Ich möchte aber mal die Disziplin an Fotografen sehen, die an einen Ort kommen mit Amateuren und dann so ein Bild machen. Deswegen ist das so spannend.

    RH: Sie haben mir erzählt, dass Sie gar kein Technikfreak sind. Wie sind Sie dann auf dedolight gekommen, denn dedolight ist ein lichttechnisches Sonderwerk…

    MR: Das kann ich Ihnen sagen, ich habe eine Videoleuchte verloren. Das war eine ganz kleine Funzel. Ich glaube die hiess so was wie "Micro LitePanels". Das war etwas, was fast kein Licht macht. Das hatte ich immer auf meiner Kamera drauf, manchmal das und manchmal habe ich rumgeblitzt. Und das war nicht zufriedenstellend. Wie gesagt, dann habe ich mein Videolicht verloren. Ich habe aber eine Art Lebenseinstellung, dass wenn etwas Negatives passiert, habe ich den Ehrgeiz, dass es sich in etwas Positives wandelt. Also bin ich ganz einfach ins Internet gegangen und habe nach Leuchten geguckt. Wie ich jetzt tatsächlich auf Ihre Leuchten gekommen bin, wo ich die im Internet gefunden habe, das kann ich Ihnen nicht mehr sagen. Aber, was mich begeistert hat war die Geschichte mit der Lichtausbeute. Ich habe mich dann per E-Mail an einen Kollegen von Ihnen gewandt, habe einen Link zu meiner Website mitgeschickt, damit er weiss, was ich so mache und er hat mir dann auch eine mobile Lösung präsentiert und damit waren wir dann im Geschäft. Das erste, wo ich das alles mitgeschleppt habe, war Paris, da war noch nicht einmal ein Dimmer dabei: Dann ging das in Hamburg weiter mit Dimmer und so kam ich zu dedolight. Ich kann Ihnen auch sagen, dass seitdem ich Ihre Leuchten habe, ich mich rechts und links nicht mehr umgucke weil das für mich perfekt funktioniert, weil alles unheimlich stabil und langlebig ist. Und weil es ein funktionierendes System ist – es gibt auch den Spruch: "never change a running system". Ich kann Ihnen noch eine Geschichte erzählen, das ist glaube ich pure Werbung. Sie kennen doch mein Bild mit dem Sternenhimmel in Zypern?! Passen Sei mal auf, mit Ihrer Leuchte kann man diese Ruine so dimmen, dass man die Ruine und den Sternenhimmel in einem Bild mit 20 Sekunden Belichtungszeit fotografieren kann und die Ruine mit einer einzigen dedolight Leuchte perfekt ausgeleuchtet ist. Und das kann man machen in einer Zypriotischen Wüste, wo es kein Licht gibt – da ist nüscht. Da haben Sie nur den Dimmer, an dem Ding drehen Sie ein bisschen rum und ich glaube es war das zweite oder dritte Bild und das hat gesessen. Das Paar hatte ein 14-Stunden-Shooting hinter sich. Wir hatten angefangen im Morgengrauen am Aphrodite Beach – die wollten das alles. Und dann habe ich denen von der Ruine erzählt und dass ich das Bild als letztes machen will. Wir sind dann dahin, die waren hundemüde – ich auch. Ich konnte kaum noch denken und trotzdem war es möglich mit dem dedolight das so perfekt auszuleuchten, wie man es auf dem Bild sieht. Dieses absolut stufenlose Dimmen ist unschlagbar. Das einzige wo ich als Hochzeitsfotograf aufpassen muss ist, dass ich dem Paar sagen muss: "guckt nicht ins Licht". Es ist so hell…

    RH: Was machen Sie denn mit den dedolights, wie arbeiten Sie damit?

    MR: …zwei Sachen. Einmal benutze ich die dedolights um die normalerweise lichttechnisch hässlichen, Deutschen Locations hübsch zu machen. Es ist leider in Deutschland so, dass die meisten Hochzeitslocations sich überhaupt keine Gedanken darüber machen, dass die Kunden auch schöne Bilder haben möchten. Da können Sie sich als Fotograf dann den Farbstich aussuchen. Da haben Sie entweder nur rotes Licht oder am schlimmsten grünes Licht, sie haben auch wechselndes Licht. Ganz selten hat man einen schönen, warmen umbra Ton. Die meinen alle, dass diese grellen, heftigen Farben irgendwie ganz toll sind. Mit der dedolight Leuchte kann ich genau die Sachen anstrahlen, die ich brauche. Manchmal bin ich dann, wenn es blau ist froh über den Farbkontrast. Beispielsweise auf Zypern habe ich das Brautpaar gebeten die ganze Location blau auszuleuchten weil ich wusste, dass wenn das alles blau ist und ich mit meiner Leuchte da ankomme – traumhaft… Stellen Sie sich etwas so stinklangweiliges vor, wie eine Rede – normalerweise bei einer Hochzeit in Deutschland heisst es der Brautvater hält ne Rede, der steht auf und keiner sieht ihn. Der Raum ist unterbelichtet, der Mann steht irgendwo und redet eben. Das ist auch alles in Ordnung, nur für den Hochzeitsfotografen ist das ganz schrecklich. Dann nehme ich meine ein, zwei oder drei Dedolampen und kann den Redner "hell drehen" - dann haben die einen richtigen Auftritt. Mal abgesehen davon, dass ich Fotos mache, verschaffe ich den Leuten einen Auftritt. Das wirkt! Das ist so wie wenn Sie auf die Bühne kommen wie früher bei Ilja Richter. Sie können das Licht auch zum Brautpaar schwenken, Sie können Akzente setzen. Jetzt kann man natürlich fragen: wozu das alles? Ich versuche meinen Job eben auf dem höchstmöglichen Niveau zu machen und dazu gehört für mich auch das Ausleuchten der Rede. Jetzt stellen Sie sich zum Beispiel einen leeren dunklen Raum vor. Wenn ich da eine dedolight Leuchte habe, kann ich mit dieser einen Leuchte in diesem Raum schicke Sachen machen, mehr brauche ich eigentlich nicht. Wenn ich ein dedolight habe, dann muss ich nur das Licht ausmachen und alles mit dem dedolight ausleuchten und schon kann ich Lichtsituationen heraufbeschwören, die man eigentlich nur aus einer richtig teuren Produkt- oder Studiofotografie kennt und das nur in einer Minute, das geht ganz schnell. Das einzige was dem perfekten dedolight-Erlebnis im Wege steht ist, dass man nicht mit 1000 Watt oder mehr antanzen kann, denn dann sagen Ihnen die Locations, dass bei denen die Sicherungen durchbrennen. Deswegen bin ich auch froh, dass ich nur 150 Watt habe, weil auch der DJ dabei nicht anfängt zu schwitzen. Die dedolight ist auch so klein, das ist ein riesiger Vorteil, denn es gibt auch sehr grosse Videoleuchten, die fallen natürlich auf, die sehen auch meistens hässlich aus. Ihre kleinen Leuchten, die sind in einem schönen, dezenten Schwarz. Sie haben auch was getan für das Designgetan und das Gelb und Schwarz sieht einfach gut aus. Die Leuchte steht da und fällt gar nicht auf. Die können Sie neben einen Gästetisch stellen, da hat sich noch nie einer drüber beschwert.

    RH: Welches dedolight verwenden Sie?

    MR: Die 150 Watt DLH4 und da habe ich drei Köpfe von. Ich habe noch die Netzteile und Dimmer dazu und das ist es, mehr brauche ich nicht.

    RH: Stichwort Mobilität und Akkubetrieb, wie wichtig sind diese Aspekte für Sie?

    MR: Extrem wichtig. Wenn ich an einem Strand oder irgendwo in Paris arbeite, bin ich natürlich verloren, wenn ich keinen Akku habe, der ist immer dabei. Das einzige Problem beim Akkutransport ist, dass man am Flughafen beim Zoll immer ein paar Fragen beantworten muss.

    RH: Zurück zum Wichtigsten: wie lange haben Sie gebraucht um Lichtsehen und Sehen zu lernen?

    MR: Das ist ein fortwährender Prozess und der dauert auch immer noch an. Das letze Beispiel ist in Paris entstanden. Es ist das Bild mit der Pyramide. Dieses Bild hätte ich vor zwei Jahren noch nicht machen können. Ich habe immer das Gefühl, dass ich heute Bilder machen kann, die ich früher noch nicht machen konnte, weil ich sie nicht gesehen habe. Ich glaube es ist ein fortwährender Prozess zu verstehen wie Bildsprache funktioniert, darum geht es eigentlich. Was macht ein Bild interessant, wodurch wird das spannend?! Man lernt da nie aus. Ich bin jetzt 47 und ich bin mir sicher, dass ich in fünf Jahren besser bin. Am Anfang habe ich ganz normale Fotos gemacht. Das hat sich mit der Zeit aber entwickelt. Eine interessante Bemerkung, die ich gemacht habe ist die folgende: ich habe festgestellt, dass meine Bilder besser geworden sind, seit dem ich nicht mehr an Wettbewerben teilnehme. Bei Wettbewerbsteilnahmen habe ich mich immer wieder dabei erwischt, dass ich Wettbewerbsfotos mache. Seitdem ich auch weniger auf die Webseiten meiner Branchenkollegen schaue und mich mehr mit meiner eigenen Fotografie beschäftige, habe ich mich weiterentwickelt. Vorher habe ich mir andere angeguckt und jetzt schaue ich mich selbst an. Ich will nicht sagen, dass es falsch ist an Wettbewerben teilzunehmen, nur in meinem Fall funktionier das so herum besser.

    RH: Was bedeutet für Sie Lichtgestaltung?

    MR: Ohuh! Sie wissen, ich habe das nicht gelernt. Wenn einer Fotodesign studiert hat, könnte er Ihnen jetzt stundenlang ein Referat halten. Für mich bedeutet Lichtgestaltung Plastizität in einen Raum zu bringen, weil das Licht glaube ich die Räumlichkeit entscheidend mitträgt. Ohne Licht, ohne ein besonderes Licht, ohne Lichtarbeit sind die Situationen meistens flach – flat im schlechtesten Sinne. Es kann zum Beispiel passieren, dass Sie ein wundervolles Licht haben, es aber nicht bildwirksam einsetzen können weil es mit einem Paar nicht funktioniert, weil das Licht an der falschen Stelle ist. Das ist übrigens wieder ein Vorteil von dedolight, weil solange das Licht von der Sonne an ist, bin ich darauf angewiesen wo die Sonne hin scheint, wo sie her kommt. Ich habe nur eine Lichtrichtung. Wenn es dunkel ist, habe ich meine eigene Sonne dabei und stelle sie genau dahin, wo ich sie haben will. In dem Augenblick, in dem es Dunkel ist, sind der Fantasie und den Gestaltungsmöglichkeiten kaum noch Grenzen gesetzt. Vorher sind die Grenzen ziemlich eng.

    RH: Was hat die Natur Sie über das Licht gelehrt?

    MR: Die Natur hat mich immer gelehrt, dass sie eine Konstante ist und dass man der Natur gegenüber demütig sein muss. Genau so wie man demütig sein muss, wenn man den Plan hat auf den Kilimanjaro zu steigen und dann feststellt, dass die Luft da oben dünn wird und es kalt wird, genau so ist es auch völlig Sinn frei gegen die Natur und gegen die Sonne zu fotografieren. Man muss sie mitnehmen. Man muss dabei etwas Besonderes rausholen. Mich hat die Natur gelehrt bestimmte Objektive zu benutzen. Wenn ich sehr viel blauen Himmel habe benutze ich eher ein Weitwinkel um diese Lichtstimmung von oben mit einzufangen. Wenn das Licht ganz schlecht ist, dann gehe ich über zum Teleobjektiv, wobei bei mir bei 85mm Schluss ist. Man kann sagen, mit schönerem Licht wird es weitwinkliger.

    RH: Woher kommt ein Bild?

    MR: Eine Gegenfrage: warum finden wir Bilder mit dem Eifelturm so toll? Der Eifelturm ist eine ich will nicht sagen hässliche, aber keine schöne Stahlkonstruktion. Wenn Sie den Eifelturm sehen bei trübem Wetter und mal vergessen, dass das der Eifelturm ist, dann ist das ein ziemlich unscheinbares Ding, das an den Funkturm in Berlin erinnert. Warum ist diese Pyramide am Louvre, warum macht die das Bild so schön? Ich glaube Bilder entstehen in unserer Gedankenwelt und wir Menschen sind sehr Kultur geprägt. So wie es Kindern wichtig ist Dinge zu machen, die ihre Freunde machen, Dinge zu machen, die angesagt sind, so entwickeln wir unsere Vorstellungen für bestimmte Fantasien und Sehnsüchte. Paris ist so eine Sehnsucht. Ich glaube es gibt auf unserem Planeten keine Stadt, die auf so grossem Raum schön geblieben ist. In Paris brauchen Sie keine Strasse zu scheuen. Diese Stadt ist einfach so schön und deshalb glaube ich, dass Paris für uns alle eine Art kulturelles Reservat ist. Ich denke Bilder entstehen durch diese Sehnsüchte und Fantasien und ich glaube, dass es dem Fotografen obliegt diese Fantasien in etwas Ästhetisches zu verwandeln. Der Fotograf hat ein unglaubliches Glück für das er selber gar nichts kann.

    RH: Und nun zu unserem gemeinsamen Schlusssatz. Ich fange an mit: Wenn es dunkel wird…

    MR: …bin ich der Meister des Lichts – Punkt.

    RH: Perfekt

    MR: Danke

    Autor: Roman Hoffmann

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